Stand-Nr. H3/H13


Alfonso Hüppi, PALISADE, 2010, Holz, Kaseinfarbe, Acrylfarbe, WVZ-Nr. 2010_041, 225 x 326 x 2 cm


Überblickt man einmal Hüppis bisheriges Gesamt- werk, so ist darin eine absonderliche Entwicklungs- geschichte festzustellen: Nicht etwa in der Jugend wild und dann sukzessive Beruhigung und Abklärung, nein genau umgekehrt geht er von zurückhaltenden Formen und Farben und fast geometrischen Strukturen aus, die schon zu dem Irrtum führten, er sei Konstruktivist, zu immer ausladenderen Formen und steht jetzt eigentlich in seiner explosivsten Phase. Das ist in den letzten Rahmenbildern und den großen Maltafeln, die nur noch durch Eisenrahmen zusammengehalten werden können, feststellbar. So fragte er, für den Sprache mehr ist als reines Verständigungs- instrumentarium, uns denn auch, bevor er einmal zu einer seiner letzten Ausstellungen zu uns kam, ob er noch «Sprengstoff mitbringen» solle.
Ein derart hohes Maß an subversiver Energie nach der Pensionierung dürfte ein Sonderfall sein, und man darf sich fragen, wohin das noch führen wird. Wir dürfen gespannt sein. Hüppis Werk setzt Zeichen, starke Zeichen, die aber weder gegenstandslos, noch abstrakt sind. Hüppi gehört durchaus in die Generation derjenigen, welche die Abstraktion der Jahre 1948 bis 1965 überwanden. Er schuf mit seinen Zeichen ihr Gegenbild, bewusst und präzise, da ist weder Zufall noch Automatismus, vielmehr Bewusstheit und Gewolltheit in klarer Form und Farbe jenseits des Spielerischen und der feinen Ironie, mit der er uns immer wieder einfängt. Diese apollinische Kühle und Klarheit liegt als Folie über dionysischem Feuer und Chaos, die immer wieder an die Oberfläche drängen. Hüppis Kunst ist die Kunst vom Menschen.


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